Chronik

Müncheberg (ehem. Monichsberg) verrät schon durch seinen Namen die katholische Vergangenheit. Nach Mönchen des Zisterzienserordens, welche in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts eine Kirche errichteten und die Stadt gründeten, ist es benannt. Daran erinnert auch der Mönch im Wappen der Stadt. Auch heute noch ist die große, wiederaufgebaute Stadtpfarrkirche St. Marien weiterhin sichtbar und seit der Reformation 1541 evangelisch. Danach verliert sich für sehr viele Jahre die Spur der Katholiken der Region Märkische Schweiz.

 

Zu Beginn des 19. Jahrhundert siedelten sich wieder Katholiken in der Gegend an und ihre Aktivität konzentriert sich besonders in den Orten Buckow und Müncheberg.  Das hat zur Folge, dass sich zwei Pfarrgemeinden entwickeln, welche seelsorgerisch und organisatorisch je nach vorhandenem hauptamtlichen Personal und den Entscheidungen des zuständigen Berliner Bischofs mal getrennt und auch zusammen verwaltet wurden. Die katholischen Christen der Region wurden anfangs seelsorgerisch aus Frankfurt (Oder) und Fürstenwalde, später dann aus Hoppegarten bei Berlin und Strausberg betreut.

 

So lesen Sie nachfolgend die chronologisch aufgeführten Ereignisse:



1852

Am 01.07. wurde der erste katholische Gottesdienst nach der Reformation in Buckow gefeiert, weitere Gottesdienste folgten an verschiedenen Orten.

1907

Ab dem 05.04. wird für Katholiken aus Buckow und Müncheberg in Dahmsdorf (bei Müncheberg) regelmäßig in größeren Abständen - besonders an Feiertagen - Gottesdienst gefeiert.


Neben den einheimischen Katholiken werden ebenfalls die in der Märkischen Schweiz lebenden polnischen Schnitter sowie die vielen französischen, italienischen, russischen und polnischen Gefangenen aus dem ersten Weltkrieg des 1915 auf dem Gutshof "Haus Müncheberg" errichteten Gefangenenlagers durch unterschiedliche, verfügbare Pfarrer begleitet.


1927

 

Der Kinosaal der ehemaligen "Müncheberger Lichtspiele" steht nun für Gottesdienste zur Verfügung, der Religionsunterricht wird für die Region etabliert.

1933

 

Lokalkapläne mit dem Titel Kuratus kommen nach Buckow (Pfarrer Jantos i.R) und Müncheberg (Kaplan Lorenz). In beiden Orten wird eine Kapelle errichtet. Die Volksmission wird durchgeführt.

1938

 

Die kath. Gemeinde Müncheberg erwirbt das Kirchengrundstück, auf welchem die Grundsteinlegung der St. Michael-Kirche erfolgte. Die Kirche wurde im gleichen Jahr am 23.10. eingeweiht.


Von den Jahren 1939 - 1945 existieren leider keine Aufzeichnungen über die Geschichte der katholischen Christen. Im Rahmen des Durchzuges der Front im zweiten Weltkrieg wurde in den letzten Kriegstagen auch die katholische Kirche in Müncheberg sowie das Pfarrhaus stark beschädigt. Behelfsmäßig wird ein Raum im Pfarrhaus Gottesdienstort.


1946

 

Viele Flüchtlinge aus Schlesien, dem Sudetenland und Ostpreußen kommen nach Buckow und siedeln sich an. Die Katholikenanzahl steigt und eine Pfarrgemeinde entsteht.

1947

 

Beginn des Wiederaufbaus von Kirche und Pfarrhaus in Müncheberg. Ende 1949 kann die Kirche wieder als Gotteshaus genutzt werden.

1951

 

Die Buckower Katholiken kaufen das Objekt Lindenstraße 55 in Buckow, auf dem bis zum Jahr 1953 das dort vorhandene alte Sägewerk als Pfarrhaus mit Gemeinderäumen umgebaut und die Kapelle "Heilig Geist" errichtet sowie feierlich eingeweiht wird.

1953

 

Buckow wird seelsorgerisch selbstständige Kuratie und verbleibt vermögensrechtlich bis 1971 im Pfarrverbund mit Müncheberg.


In Buckow und auch Müncheberg entwickelt sich jeweils ein reges und eigenständiges Gemeindeleben, welches auch in das öffentliche Leben der Märkischen Schweiz hineinwirkt. 1959 gründet sich ein jugendlicher Bläserchor - der Don-Bosco-Bläserchor - unter der Leitung von Hr. Koch aus dem Don-Bosco-Heim Berlin. Dieser Chor prägte die Pfarrgemeinde und das Dekanat Strausberg nachhaltig. Hier finden sich die "blasmusikalischen Wurzeln" des heutigen Buckow-Waldsieversdorfer Blasorchesters.

Die Pfarrchronik berichtet von vielen Festen, Unternehmungen, Ausflügen der Gemeinde und reger Teilnahme an verschiedensten katholischen Veranstaltungen. Das "Mitanpacken" bei etlichen Bautätigkeiten war selbstverständlich.


1963

 

Die erste religiöse Kinderwoche (RKW) findet statt. Besonders Berliner Kirchengemeinden nehmen mit ihren Kindergruppen Ferienquartier im Buckower Pfarrhaus.

1964

 

Die beiden neuen Glocken von St. Michael läuten das erste Mal.

1966

 

Altarumbau in St. Michael: neuzeitliche Gestaltung und freistehender Altar.

1971

 

Die Buckower Gemeinde wird per Dekret zusätzlich vermögensrechtlich eine eigenständige Pfarrgemeinde.


Beide Pfarrgemeinden in Müncheberg und Buckow laden sich gegenseitig zu verschiedensten Anlässen ein und vernetzen sich zunehmend auch ökumenisch mit den evangelischen Gemeinden der Region. Die kinderpastorale Arbeit wird unter Mithilfe von Gemeindemitgliedern gut etabliert.


1981

 

In Müncheberg nimmt Seelsorgehelferin Fr. Meier ihren Dienst auf und ist bis 2000 tätig. Ab 1981 gibt es nur noch einen priesterlichen Seelsorger für Buckow und Müncheberg.

1994

 

Zusammenlegung der Kuratien Buckow und Müncheberg zu einer katholischen Kirchengemeinde "St. Hedwig Buckow-Müncheberg" mit 2 Gottesdienststandorten.


Die Gemeinde bringt sich aktiv in das katholische Glaubensleben der Region ein und hat viele Kontakte zu den katholischen Gemeinden im Landkreis Märkisch-Oderland. Es gibt fortan etliche Gemeindereisen und die Teilnahme an Wallfahrten.


1997

 

Im September erscheint erstmalig der Gemeindepfarrbrief, ab dann 4x im Jahr.

1998

 

Beginn der Aktion Dreikönigssingen. Erstmalig organisiert die Gemeinde das Sternsingen.

1999

 

Beginn notwendiger Umbauarbeiten am Pfarrhaus Buckow mit Neugestaltung der Heilig Geist Kapelle.

2002

Unter starker Mithilfe von katholischen Familien aus Müncheberg kann die Kindertagesstätte "Christlich Naturnahes Kinderhaus" im September eröffnet werden - Träger ist der KEKS e.V.

In Müncheberg entsteht der Bedarf zu einem größeren Pfarrsaal - das Pfarrhaus wird entsprechend umgebaut.


Die Jahre ab 2002 sind von sehr aktivem Gemeindeleben geprägt. Insbesondere die Kinder und Jugendlichen beteiligen sich bei verschiedenen Angeboten. Es gibt drei Familienkreise und eine aktive Seniorengruppe. Die Pfarrgemeinde ist die an Mitgliedern kleinste im Erzbistum Berlin und weißt die höchste prozentuale Gottesdienstbesucherzahl auf.


2015

 

Beginn von Überlegungen der Zukunftsperspektive für die Pfarrgemeinde im Hinblick auf dem demografischen Wandel, die Finanzierbarkeit von zwei Gottesdienststandorten und die Situation der katholischen Kirche in der Diaspora.


Es entwickelte sich nach Sozialraumanalyse, bautechnischer Begutachtung der vorhandenen Immobilien und einer Wirtschaftlichkeitsprüfung die Entscheidung zum Verkauf des Gottesdienststandortes in Buckow, dem Abriss des Pfarrhauses in Müncheberg, der Sanierung der St. Michael-Kirche und dem Neubau eines Gemeinde- und Begegnungszentrums mit neuen Kitaräumen für das Christlich- Naturnahe Kinderhaus.


2016

 

Beginn der Entwicklungsphase im Prozess "Wo Glauben Raum gewinnt" des Erzbistums Berlin. Die Pfarrgemeinde gehört nun zum Pastoralen Raum Buckow-Müncheberg -- Fürstenwalde -- Frankfurt (Oder). Am 26.12. letzter Gottesdienst in der Kapelle "Heilig Geist" in Buckow.

2017

 

Die St. Michael-Kirche ist ab sofort der gemeinsame Gottesdienststandort. Die Orgel aus Buckow sowie alle Devotionalien wurden mitgenommen.

Verkauf des Buckower Pfarrgrundstückes an die Wuhletal gGmbH Berlin

2019

 

Im März Abriss des Pfarrhauses in Müncheberg sowie feierlicher erster Spatenstich für den Neubau. Beginn der Sanierung der Pfarrkirche. Mitte Dezember wurde Richtfest für das Gemeinde- und Begegnungszentrum gefeiert.

 

Dieser Auszug aus der Chronik erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er dient lediglich als Zeitstrahl für die Geschichte der Katholiken in Müncheberg, Buckow und der Region Märkische Schweiz. Weiterführende Informationen erfahren Sie in den jeweiligen Heimatausstellungen, Publikationen oder über die Heimatvereine der benannten Orte.

 

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